Luftreinigungsgeräte für Grund- und Förderschulen:  FDP stimmt für Bürgerantrag

Luftreinigungsgeräte für Grund- und Förderschulen: FDP stimmt für Bürgerantrag

Die Freien Demokraten unterstützen den Bürgerantrag zum Einsatz zusätzlicher Luftreinigungsgeräte für die städtischen Grund- und Förderschulen. Dafür sprechen mehrere Gründe, sagt Raoul Brattig, Vorsitzender des Schulausschusses: „Bei jüngeren Schüler*innen sind die Hygiene- und Abstandsregeln nicht optimal umsetzbar. Zudem sind die medizinischen Masken bei ihnen zu groß und daher nicht wirksam. Während den Erwachsenen und Jugendlichen ein Impfangebot gemacht werden kann, gibt es für Kinder unter 12 Jahren nach für vor keinen Impfstoff. Und mit dem homeschooling tun sich gerade die jüngeren Kindern weiterhin schwer. Deshalb muss der Schulträger alles dafür tun, um den Unterricht nach den Sommerferien in den Schulen zu gewährleisten. Dazu sind alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, auch Luftreinigungsgeräte in den Klassenräumen. Wir müssen Bildung an den Schulen garantieren. Ein weiteres Jahr homeschooling ist nicht hinnehmbar. Zu groß sind die Schäden für die Schüler*innen und für die Gesellschaft.“

Die FDP weist die ablehnende Haltung der Verwaltung als undifferenziert zurück. Die Verwaltung beruft sich allein auf die Empfehlung des Umweltbundesamtes. Dieses nennt das regelmäßige und häufige Lüften der Klassenräume als beste Option, um die Viruslast zu reduzieren. Dieser Einschätzung stehen die Forschungsergebnisse der Universität der Bundeswehr München entgegen, die für den Einsatz von Luftfiltern sprechen. Sie kommen zu dem Schluss, das die einfache Handhabe und die praktische Wartungsfreiheit sowie der leise Betrieb der Geräte den Einsatz im Unterricht praktikabel machen. Zudem kommt die Studie zu dem Schluss, dass Lüften allein keine zuverlässige Methode sei, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Eine Arbeitsgruppe der Goethe-Universität Frankfurt und Wissenschaftler der RWTH Aachen bestätigen die Ergebnisse der Studie aus München.

Auch die Stellungnahme der Innenraumlufthygiene-Kommission (s. Bundesgesundheitsblatt 58, S.1192) kommt zu dem Ergebnis, dass aus gesundheitlichen und Nachhaltigkeits-Gründen perspektivisch alle dicht belegten Räume in Schulen und Bildungseinrichtungen mit Raumluft-technischen Anlagen ausgerüstet bzw. nachgerüstet werden sollten. Warum das Bundesumweltamt im Februar diesen Jahres zu einer anderen Einschätzung gelangt ist, erklärt vielleicht die Antwort aus einer Anfrage der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag. Dort heißt es: `Das UBA hat jedenfalls sofort anwendbare Empfehlungen formuliert, deren Umsetzung nicht von der langwierigen, öffentlichen Beschaffung von ggf. sehr kostenintensiven Geräten abhängig ist, die nach der Pandemie unter Umständen nicht mehr benötigt werden.´

Die Stellungnahme des UBA, auf das sich die Solinger Schulverwaltung hier einzig und allein bezieht, ist vor allem mit Blick auf den schnellen Einsatz und auf die Kostendimension so formuliert worden.

Brattig: „Wir bitten daher die anderen Fraktionen im Ausschuss für Schule und Bildung, sich dieser einseitigen Darstellung der Verwaltung nicht anzuschließen und sich stattdessen ein differenziertes Bild zu machen, um eine Entscheidung zugunsten der Gesundheit und der Fürsorgepflicht für die Schüler*innen in Solingen zu treffen,“ so Brattig. „Die Finanzierung der Geräte darf dabei nicht für eine Ablehnung des Bürgerantrages ausschlaggebend sein. Wir haben in der Stadt, im Land und im Bund so viel Geld zur Bekämpfung der Pandemie ausgegeben, dass wir jetzt nicht bei den Kindern sparen dürfen. Im Übrigen sind es die Kinder, die die Kosten der Pandemie zu tragen haben.“

Close
Close

Please enter your username or email address. You will receive a link to create a new password via email.

Close

Close