Wir brauchen einen Masterplan Gewerbeflächen

Wir brauchen einen Masterplan Gewerbeflächen

Dass Wallbusch seinen neuen Logistikstandort nicht am Firmensitz in Solingen, sondern in Halle/Westfalen aufbaut, zeigt einmal mehr, wie wichtig verfügbare und bedarfsgerechte Flächen für die Unternehmenserweiterungen sind und welche Konsequenzen fehlende Angebote für Solingen haben. Die Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, wie jetzt bei Wallbusch, gehen an Solingen vorbei.

„Das Gewerbeflächenangebot in unserer Stad ist nicht mehr ausreichend. Einem zukünftigen Bedarf von 124 ha haben wir nur 104 ha an planerisch gesicherten Reserveflächen für Gewerbe im Angebot. Deshalb muss Solingen neben Flächenrecycling und Innenentwicklung auch weitere Potentialflächen entwickeln. Gewerbeflächen sind erforderlich, um Abwanderungen von Unternehmen, Arbeitsplätzen und Gewerbesteuern zu vermeiden und um neue Unternehmen zu gewinnen. Immer mehr Solinger nehmen lange Wege auf sich, um zur täglichen Arbeit in einer anderen Stadt zu kommen, besser wäre es, Arbeitsplätze in Solingen anbieten zu können. Dafür brauchen wir dringend einen Masterplan Gewerbeflächenentwicklung,“ so Dr. Robert Weindl, Sprecher der FDP im Stadtentwicklungsausschuss. Die für 2023 angekündigte Fertigstellung ist nach Ansicht der Freien Demokraten zu spät. „Der Masterplan muss 1 Jahr früher vorgelegt werden. Wir haben sonst die Sorge, dass zu viele kostbare Gewerbeflächen in Wohnbauflächen ohne Kompensation an anderer Stelle umgewandelt werden. So gehen noch schneller die ohnehin schon knappen Flächen für die Wirtschaft verloren und mit ihnen Unternehmen und Arbeitsplätze,“ sagte Weindl.

Der Masterplan Gewerbeflächenentwicklung hat aber nicht nur den Auftrag Flächenpotentiale aufzuzeigen, sondern diese auch mit Schwerpunkten zu verbinden. Ähnlich wie bei der Entwicklung des Gewerbegebiets Stöcken als Labor für Mobilität, könnten auch für andere potentielle Flächen Cluster gebildet werden, z.B. für die Bereiche Innovation, Forschung und Entwicklung, Digitalisierung und Vernetzung oder für Handwerk und klassisches Gewerbe, Kleinproduktion und Vertrieb sowie unternehmensbezogene Dienstleistungen, Produktion, Maschinenbau, regenerative Energien, technologisch orientierte Produktionsprozesse etc.

In einem Antrag zur nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses beantragen die Freien Demokraten, die Entwicklung eines Masterplan Gewerbeflächenentwicklung schon jetzt zu beginnen.

Jürgen Albermann, Fraktionsvorsitzender der FDP ergänzt:  „Wir wollen für Solingen auch in den nächsten Jahrzehnten eine Perspektive entwickeln, die sich am Bedarf orientiert. Unseren Unternehmen müssen weiterhin alle Entwicklungspotenziale offenstehen. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass nur so viele Flächen in Anspruch genommen werden, wie unbedingt erforderlich sind. Wir wollen mit unseren Ressourcen verantwortlich umgehen, dürfen dabei aber auch die Chancen für zukünftige Generationen nicht aus dem Blick verlieren.“

 

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